Hochzeitfotograf

 

Hast du dir das Video angeschaut? Ja, richtig gehört. Ich versuch was neues, nebenbei!Porträt und Beauty, das ist immer noch meine Leidenschaft. Da bekommt mich auch keiner mehr weg davon. Jedoch reizt mich die Hochzeitsfotografie. Und du kannst dir vorstellen, das es etwas schwierig ist da Fuß zu fassen, weil a) es einfach zu viele Hochzeitsfotografen gibt und b) ohne ein Portfolio… wer soll es mit dir riskieren wollen? Und vor allem wieso?

Vergessen wir mal für einen Augenblick die Preisfrage und konzentrieren wir uns auf Problem Nummer 1.:

Du als Marke

Warum ein No-Name Auto aus Usbekistan kaufen wenn du dir einen Audi kaufen könntest? Audi kennt jeder. Die haben schon soo viele Autos verkauft und die werden noch viele weitere verkaufen. Du kannst dir überall Rezessionen über die Autos durchlesen, geschrieben von den Besitzern, von Firmen die die Fahrzeuge testen und bewerten und so weiter. Also warum soll ich mein Geld investiveren und ein Risiko eingehen das ich nicht kenne, sozusagen niemand kennt?

Diese Fragen richteten sich alle auf den Ruf. Audi hat einen Ruf. Und auch einen zu verlieren. Ob das No-Name Auto nach 2 Jahren vom Markt genommen wird oder die Firma pleite geht, das wird niemanden so richtig interessieren. Vielleicht rechnen schon welche damit. Also, wie kannst du die Leute von dem No-Name Auto überzeugen? Da gibt es einige Faktoren die man ernst nehmen sollte. Probefahrt gefällig?

Gehen wir mal wieder zurück zu der Hochzeit-Fotografie und übertragen das Beispiel mit Audi auf einen Fotografen der nur Hochzeiten macht und gute Referenzen hat. Und das No-Name Auto bin ich 🙂 Aber ganz so No-Name stimmt ja auch nicht ganz. Denn, und dann kommen wir auch gleich schon zu dem wichtigsten Faktor:

  1. Irgendwas musst du vorweisen. Einfach so, kannst du nicht reinspringen. Du musst ein Portfolio haben, am besten mit Menschen damit die Person die dich buchen möchte, deinen Stiel / Talent erkennen kann. Nun hat der Kunde die Möglichkeit deinen Stiel zu sehen. Trotzdem will er nicht 1600€ für dich bezahlen. Warum? Weil du keine „richtigen“ Referenzen in dem Gebiet hast! und hier kommen wir zum zweiten Faktor:
  2. Du musst es ihm attraktiver machen in dem du dem Kunden zeigst, dass dir ein Portfolio so wichtig ist, dass du dir den A**** aufreissen wirst um in diesem Geschäft Fuß zu fassen, du wirst dein bestes geben. Du würdest sogar so weit gehen, dass du deine Dienste sehr preiswert für den Anfang anbieten wirst, so dass du sogar finanziell ein minus Geschäft machst, aber auch im Gegenzug extrem viel an Erfahrung gewinnen wirst.
  3. Das aber ist nicht alles. Jetzt hast du ein paar Bilder und einen sehr günstigen Preis, so machst du dir erstmal Feinde bei den anderen Hochzeitsfotografen. So ist das eben. Nun brauchst du einen professionellen Internetauftritt. Du willst ja schliesslich seriös rüberkommen. Mit Impressum und AGB´s und so weiter. WordPress kann ich nur empfehlen.
  4. Jetzt hast du Bilder, einen günstigen Preis, paar Hater und eine Homepage. Ist das alles? – kann gut sein. Es gibt bestimmt genug denen das reicht. Nicht vergessen, du willst ja professionell arbeiten. Auch wichtig: Wir leben in Deutschland, Land der Verträge -> also brauchst du auch einen Vertrag damit sich der Kunde wohl fühlt. Da schreibst du wirklich alles rein. Inhaltlich schreiben ja die meisten Fotografen das gleiche rein. Preise, Zeiten, Anfahrt, Bildrechte etc. Reicht das?-Wo möglich. Und jetzt? Abwarten und Tee trinken? nein denn:
  5. Aktiv werden. Auf Facebook Gruppen und anderen Foren. Da schreiben die Leute was sie suchen und du musst dich um diesen Job bewerben mit ca. 45 anderen Fotografen auch! Und jetzt musst du neben jemanden der ein riesen Portfolio hat und für seine Arbeit 2000€ verlangt genau so professionell wirken. Also:
  6. Lass dir einen Verkaufstext einfallen, du verkaufst ja deine Dienste zu einem, ja vielleicht ziemlich günstigen Preis. Günstige Preise wirken auf den ersten Blick sehr unprofessionell. Hätte ich persönlich die Wahl zwischen einem Fotografen für 2000€ und einem für 200€, würde ich den ersten nehmen. Also musst du wirklich glänzen!

Das alles hört sich komplizierter an als es eigentlich ist. Wenn du dich gut präsentierst,  bekommst du auch Aufträge. Ich habe (Stand März.2018) schon zwei Aufträge so bekommen können, und ich freue mich riesig! Hört sich nicht nach viel an, aber das Ergebnis finde ich bis jetzt gut. Es ist nicht einfach, doch ich habe damit gerechnet dass es nicht einfach sein wird.

Siehst du die zwei Umschläge auf dem Video die ich einwerfen will? Das sind die Verträge die ich den Kunden zukommen lasse. In dem Vertrag stehen die Daten von dem Kunden und von mir. Was die Leistungen sind die ich anbiete und worauf geachtet werden muss wie zb. Bild- und Urheberrechte. Natürlich auch worauf ich achten muss. Wie und wann der Kunde mit den Bildern rechnen kann. Den genauen Ablauf der Hochzeit inklusive Ort und die Uhrzeit.. und noch paar Daten. Es sind 4 Seiten. Auch wenn der Vertrag momentan eigentlich nicht nötig ist, ist es mir wichtig, dass der Kunde etwas in den Händen hat. Das gibt Sicherheit, baut vertrauen auf und strahlt Professionalität aus. Zudem finde ich das man das von Anfang an richtig machen sollte. Ist so eine Einstellungssache.

Die Punkte die ich weiter oben genannt habe, kannst du übrigens auch in anderen Bereichen einsetzten, ist im Endeffekt das selbe Prinzip. Ob du nun Autos, Babys oder Geschirr fotografierst.. Irgendwann musst du ja anfangen Referenzen zu sammeln.

Eine weitere Hürde ist das Internet selbst. Dort siehst du die Leute nicht und die sehen dich nicht, was bedeutet das manche mutiger werden – hinterm Bildschirm. Manche werden sogar beleidigend und aggressiv nach dem Motto „du nimmst uns die Jobs weg mit deinem billig Preisen“ oder „Du machst den Markt kaputt“. Stelle dir folgende Frage: Macht die Automarke Dacia den Markt kaputt? Beschwert sich Porsche darüber? Nein. Warum? Weil Porsche seinen Kundenkreis hat und Dacia seinen. Wenn ich solche Aussagen im Netzt lese finde ich es immer lächerlich.

Ein bekannter Mode und Beauty Fotograf hatte vor kurzem auch so etwas ähnliches wie ich angeboten, für sein Portfolio. Natürlich ist er bekannter und hat viel mehr Reichweite als ich. Darauf gab es einen Shitstorm und es kamen ähnliche Kommentare wie oben beschrieben. Ich denke mir in solchen Fällen:

Entweder du hast es drauf oder nicht

Und wenn du es drauf hast, dann machst du dir keine Sorgen um jemanden der preiswerter ist als du und auch machst du dir keine Gedanken um jemanden der deutlich mehr Reichweite hat als du.

Wenn ich mein Portfolio fertig habe, werde ich auch in deren Liga spielen und Fotografen die gerade anfangen unterstützen. Ein Hochzeitsfotograf dem ich auf Instagram folge, hat sogar einen eigenen Podcast und erzählt von seinem Alltag, der heult nicht rum 😉

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Hi, ich bin Autor und Gründer von Paymardi Pictures.
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